Freitag, 21. Januar 2011

Gedanken kopieren

Gedanken kopieren

Dein Mind überdeckt mit seinem laufenden Geschnattere und Vollradioprogramm die tieferen Sehichten deines Wesens. Stille im Verstand kann zu außergewöhnlichen Zuständen und Einsichten führen, weshalb ein Teil der Techniken in diesem Buch sich mit entsprechenden Meditationen befassen, wie du den Geist zur Ruhe bringst. Ich habe dafür die etwas effektiveren und kraftvolleren, aber auch selteneren Meditationstechniken ausgewählt.

Resultate: No-Mind (ruhiger Geist), Stille, Entspannung, Erkenntnisse, Herankommen an immer tiefere Schichten oder Ketten des Denkens, Gefühl von mehr Kontrolle über deinen Verstand.

Aktion: Sitze oder liege und schließe die Augen. Kopiere lediglich jeden Gedanken, der auftaucht. Das ist alles. Erstelle eine Kopie. Denke dasselbe absichtlich noch mal. Das, was unbewusst oder automatisch auftaucht, kreierst du absichtlich und willentlich noch einmal.

Beispiel:

" ... ich muss noch Futter für meine Katze besorgen ... ich muss noch Futter für meine Katze besorgen die Trikots vom FC Bayern ... die Trikots von FC Bayern ... seltsame Übung seltsame Übung ... aus meiner Kindheit? .. ,aus meiner Kindheit? ... Was?... Was? ... Habe ich noch Gedanken? .. Habe ich noch Gedanken? .. Das war ein Gedanke .. ,Das war ein Gedanke ... Woher kornmen die?" Woher kommen die? .. Den habe ich erschaffen ... Den habe ich erschaffen ... Achja Achja ... Hm ... Hm ... Bin gespannt, was passiert... Bin gespannt, was passiert... ich habe keine Lust mehr .. .ich habe keine Lust mehr ... Das ist lustig ... Das ist lustig mein Finanzplan ist fertig ... mein Finanzplan ist fertig... ich sollte weniger rauchen...ich sollte weniger rauchen ... "

Achte darauf, dass du keine Gedanken absichtlich platzierst, um sie zu kopieren. Du kopierst das, was automatisch und von alleine auftaucht. Und wenn nichts auftaucht, dann warte, bis etwas auftaucht, oder kopiere dcn Gedanken, dass nichts auftaucht, sollte er auftauchen.

Ein Gedanke kann in welcher Dimension und in welchem Format auch immer auftauchen: als Satz, als Bild, als vager Eindruck, als verschwommener Nebel, als Vorstellung, als Reaktion auf eine Empfindung, als Bewegung im Geist. Das einzige, was du machst, ist, dasselbe nochmal ablaufen zu lassen. Wenn du dir Sorgen darüber machst, ob du auch wirklich alle Gedanken aufschnappst, um sie zu kopieren, dann kopiere GENAU DIESEN Gedanken ("Schnappe ich auch wirklich alle Gedanken auf?") Kopiere immer genau das, dessen du dir gerade bewusst bist. Falls du dich dabei erwischst, Gedanken zu bewerten, dann kopiere die Bewertung. Bewertungen sind auch Gedanken, und zwar Gedanken über Gedanken, Z.B. "Ach, Scheiß Gedanke". "Ach Scheiß Gedanke",

Diese Übung kannst du so lange machen, wie du möchtest, Ich mache sie manchmal als zehnminütige Meditation.

Kleiner Hinweis am Rande:

Wenn es etwas gibt, das automatisch oder unbewusst geschieht, gewinnst du Kontrolle darüber, indem du es bewusst und absichtlich machst.

Ich möchte hier noch anmerken, dass jede der bisher beschriebenen Übungen für sich wesentlich mehr Einsatzzwecke lind Resultate haben kann als hier beschrieben. Es spricht nichts dagegen, die eine oder andere Übung tiefer zu erforschen oder ausgiebiger zu praktizieren, Wer weiß, wohin sie führt? Je öfter etwas wiederholt wird, desto mehr führt es zu dem was es ist. Verstehst du? Ich behaupte, dass jemand, der diese Übung beispielsweise zehn Jahre lang ausüben würde, den Zustand erlangen würde, der traditionell als "Erleuchtung" bekannt ist. Ich erwarte jedoch nicht von dir, diese Übung so intensiv zu betreiben. Ich füge gewisse Techniken hier nur ein, weil ich von ihrer Fähigkeit überzeugt bin, ein "High"-Gefühl erzeugen zu können.

Samadhi-Tanks

Samadhi-Tanks

Hier ist eine Erülhrung, die weit über den gewöhnlichen "Trip" hinausgeht.

Aktion: Falls du jemals in die Nähe eines Samadhi-Tanks (auch Salzwasser-Tank genannt) kommst, dann steige 30 his 60 Minuten dort ein. Samadhi-Tanks sind in Deutschland aufgrund behördlicher Abwasserregelungen sehr rar, doch in den USA z. B. findet man sie U.a. in Wellness-Clubs und extravagant ausgestatteten Hotels. Warum ist der Tank so ein einzigartiges Erlebnis? Weil deinen Sinnen vorübergehend alle Reize entzogen sind: Du hörst nichts mehr und du siehst nichts mehr. Du schwebst auf Salzwasser wie im leeren Raum, eine Erfahrung, die dich an die Flüge deiner Seele erinnert. Das einzige, was du noch wahrnimmst, ist der Zirkus in deinem Mind (Verstand). Allen Reizen entzogen ebbt dieser jedoch auch nach einer Weile ab und du schwebst nur noch, Hinweis: Wenn du herausfInden möchtest, wer oder was du wirklich bist, entziehe alles. Das Was übrig bleibt, bist du.

Resultate: Vorübergehende Erleuchtungszustände, Gemhl des Fließens und der Leichtigkeit noch Stunden danach, subjektives Auflösen von Ciegensätzen, tiefe innere Ruhe, Euphorie, Glücksgefühle, veränderte Sinneswahrnehmung.

Falls du dich literarisch über das Thema weiter Informieren möchtest, hier zwei Titel: .lohn C. Lilly: The Scientist A Metaphysical Autobiography. Dieser Autor war vor seinem Tod Pionier in der Salzwassertank-Forschung und der Forschung an Kommunikation mit Delphinen.

Harry Palmer: Avatar Die Kunst befreit zu Leben. Dieser Autor beschreibt, wie er im Salzwassertank auf Einsichten über das Leben und die Natur der Realität gekommen ist.

Dienstag, 4. Januar 2011

Reise in die Zukunft

Reise in die Zukunft

Diese Übung habe ich für Leser entwickelt, die einen schnellen, angenehmen „Kick“ wünschen. Wie gut diese Übung funktioniert, hängt allein von deiner Vorstellungskraft ab. Ist diese untrainiert (wie es leider bei den meisten Menschen der Fall ist), wird es möglicherweise einige Wiederholungen brauchen, bis der Effekt „einkickt“.

Resultate: Gesteigertes Energieniveau, Expansion der Vorstellungskraft, stark gesteigerte Stimmung, teilweise Gefühl von „Energierauschen durch den Körper“.

Aktion: Nimm zehn Blatt Papier. Auf alle schreibst du groß deinen Namen mit jeweils folgenden Zusatz:

Jetzt
In 50 Jahren
In 100 Jahren
In 500 Jahren
In 1.000 Jahren
In 5.000 Jahren
In 10.000 Jahren
In 100.000 Jahren
In 1.000.000 Jahren
In 10.000.000 Jahren

Diese Blätter verteilst du dann in etwa 2 Meter Abstand voneinander der Reihe nach in deinem Zimmer, deinem Haus oder deiner Wohnung gleich einem Weg, der zu begehen ist. Stelle dich auf das Blatt JETZT und nimm wahr, wie du dich jetzt fühlst, wer du JETZT bist, welche Körperhaltung du JETZT hast, wie du JETZT aussiehst. Verweile etwa eine Viertelstunde so.

Dann blicke „in die Zukunft“: Stell dir vor, die Version von dir, wie sie in 50 Jahren ist, steht auf diesem Blatt oder Wegepflaster. Diese andere Version von dir steht ganz in deiner Nähe. Benutze intensive Vorstellungskraft und werde dir bewusst, wie du in 50 Jahren aussiehst, welche Körperhaltung du hast, was du anhast, wie du dich fühlst etc. Wenn du ein klares Bild & Gefühl hast, dann trete langsam in die Zukunft, laufe langsam auf diese Version zu, nimm seinen/ihren Platz ein, verschmelze ,mit ihm/ihr. Fühle und nimm wahr wie es ist, diese Person jetzt zu SEIN. Atme sanft, langsam und tief in den Bauch, um dein Fühlen zu verstärken. Erst wenn du auf die gleiche Weise mit den nächsten Bild weiter.

Während du weiter und weiter in die Zukunft fortschreitest, erlaubst du dir, immer höhere und fantastischere Versionen deiner Selbst auszumalen (es ist durchaus nicht so, dass du dich als immer älter und greisiger wahrnimmst, sondern als immer weiser, strahlender und kraftvoller).

In 10 Millionen Jahren angekommen, kannst du entweder die Übung beenden oder in NLP-Manier (NLP ist, nach dem bereits erwähnten Avatar-Kurs, ein andres interessantes Mental-Trainingsformat) folgendes tun:

Du drehst dich um und blickst die Zeitlinie hinunter. Langsam läufst du zurück ins Jetzt, während du dir vorstellst, alle Aspekte deiner Selbst mitzunehmen, … bis du wieder im Jetzt ankommst, vollgepumpt mit Energie aus 10 Millionen Jahren.

Kleine Anmerkung zu Varianten: Falls dir diese Übung sehr gut gefallen hat und du mehr in dieser Art möchtest, werde dir Folgendes bewusst: Das war nur eine einzige lineare Zeitachse nach vorne. Dasselbe kannst du in die Vergangenheit machen, oder außerdimensional zu den Seiten. Oder wie wäre es mit folgendem Trick: Es sind jeweils immer zwei Blätter nebeneinander ausgeteilt. Auf dem einen Blatt stehst du auf deiner Reise in die Zukunft. Auf dem anderen Blatt steht dein jeweiliger Mentor oder Coach-, dessen Positionen du jeweils einnimmst, um dich selbst von außen zu betrachten! Die Variationen sind endlos. Nutzen trägst du jedoch nur davon, wenn du es verstehst, deine Fantasie und Körpersprache bewusst einzusetzen.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Ich verrate Ihnen zwei hervorragende Methoden, Ihr Energievolumen sofort aufzustocken.

Die Erste ist: Trampolinspringen. Hüpfen Sie täglich 20 Minuten auf dem Trampolin und Sie werden sich wie neugeboren fühlen. Wie beim Joggen schüttet der Körper auch beim Tram polinspringen eine große Menge Glückshormone aus. Nutzen Sie diese einfache Möglichkeit, sich Glücksgefühle zu verschaffen.

Mein zweiter „Geheimtipp“: Stellen Sie sich entspannt hin, schließen die Hände leicht zu Fäusten und klopfen Sie Ihren Körper sanft ab. Beginnen Sie mit den Armen (rechte Faust klopft auf linken Arm und umgekehrt), klopfen Sie dann die Vorder- und die Rückseite des Körpers ab (liebe Frauen, die Brüste bitte auslassen!) und schließen mit den Beinen, die sie (vorn und hinten) bis hinunter zu den Fußoberseiten klopfen. Wenn Sie mögen, können Sie auch vorsichtig mit den Fingerspitzen die Kopfhaut klopfen. Durch dieses Klopfen wird die Durchblutung gesteigert, und Sie werden sich sofort gestärkt und erholt fühlen. Für diese Übung benötigen Sie lediglich ein paar Minuten Zeit. Und sie ist hervorragend geeignet, um sich zwischen zwei Terminen wieder fit zu machen, oder wenn Sie ein Energieloch nach dem Mittagessen fühlen. Ebenfalls nach einer anstrengenden Sitzung auf der Arbeit, oder bei längeren Autofahrten hilft diese kleine Übung, wieder munter zu werden.

Ein erhöhtes Energievolumen ist nicht zu unterschätzen, wenn Sie etwas Großes erreichen möchten.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

SICH SELBST VERGESSEN

SICH SELBST VERGESSEN

Vieles in diesem Buch läuft darauf hinaus, etwas Bestimmtes mit deiner Aufmerksamkeit zu tun. Worauf und wie du deine eigene Konzentration und Aufmerksamkeit auf etwas richtest, hat eine Menge damit zu tun, wie du die Realität, das Leben, dich selbst und andere Menschen wahrnimmst.

Ich habe sehr viel über dieses Thema im „Avatar—Kurs" gelernt, das meines Erachtens beste Training zum Thema Bewusstsein, Realität & Wahrnehmung (www.avatartemp1e.de). Die folgende Übung basiert auf Erkenntnissen, die ich in diesem Kurs gemacht habe.

Ziel dieser Übung ist es, deine Aufmerksamkeit derart in etwas zu vertiefen, dass du dich selbst, Zeit, Raum und alles andere, was so ansteht, vergisst. Einen Geschmack von diesem Zustand erlebst du, wenn du ins Kino gehst, dich in ein Buch vertiefst oder etwas anschaust, was dich brennend interessiert oder in das du verliebt bist. Du bemerkst nicht mehr, was um dich herum passiert, und verlierst dich in der Sache.

Resultate: Bei Anwendung von weniger als 20 Minuten Entspannung, Wohlbefinden, Überwindung von Langeweile, Erschöpfung und Zerstreutheit, erhöhte Wachheit, erhöhte Fähigkeit zur Faszination. Bei Anwendung von mehr als einer Stunde sind Glückseligkeitsgefühle, Samadhi—Zustände (No—Mind—Zustände), Euphorie und das Gefühl grenzenloser Freiheit möglich.

Aktion: Zu Beginn übe lediglich, deine Aufmerksamkeit auf ein Objekt zu halten. Wenn deine Aufmerksamkeit abgelenkt wird, führe sie sanft wieder zum Objekt zurück. Wenn Anstrengung oder Langeweile auftritt, führe die Übung aus, bis beide überwunden sind (reduziere die Mühe, mit der du dich konzentrierst). Nun bleibe bei dem Objekt oder suche dir ein neues aus und vertiefe die Aufmerksamkeit in das Objekt, indem du es mit Interesse und Faszination untersuchst, als wäre es das einzige, was existiert. Bemerke Details am Objekt, die du bisher nicht bemerkt hast. Nimm Dinge am Objekt wahr, die du vielleicht noch nicht wahrgenommen hast. Hierbei ist ist es egal, um was für ein Objekt es sich handelt. Bei angeblich „langweiligen“ Objekten funktioniert die Übung auch, weil dein Etikett, das Objekt sei langweilig, mit der Dauer der Übung verschwindet. Versuche wenn möglich eher neutral, wertfrei oder interpretationsfrei zu bleiben (reines Beobachten/Untersuchen).

Suche dir nach einigen Minuten ein anderes, neues 0bjekt aus, an dem du die Übung fortsetzt. Mindestens zwanzig Minuten werden empfohlen.

Über diese Übung gäbe es wesentlich mehr zu sagen, als hier geschrieben steht. Vergegenwärtige dir zum Beispiel ein kleines Kind, das voller Faszination den Mond betrachtet. „Wow“, während es mit dem Zeigefinger hinzeigt. Und nun den Erwachsenen, dessen Sinne derart abgestumpft sind, dass ihn nichts mehr fasziniert. „Ja, schön. Ist halt der Mond. (gähn), Und das ist mein Auto, Und das ist meine Wohnung. Und das meine Familie(gähn)“.

Je abgestumpfter die Aufmerksamkeit ist, desto mehr Reize braucht es, um überhaupt noch Empfindungen (Energie) zu erzeugen. Trainierte Menschen und „Zauberer“ (im esoterischen Sinne) dagegen können von etwas „Langweiligem“ wie ein Telefonbuch „high“ werden.

Diese Übung führt dich langsam wieder in den ursprünglicheren Seinszustand zurück, in dem dein Verstand stiller und deine Faszination größer war. Du betrachtest nicht mehr Gedankenbilder (Vergangenheit und Zukunft), sondern das mysteriöse große JETZT, das wesentlich tiefer, weiter und tiefer ist, als du vielleicht momentan noch weißt. Es gibt etliche Dinge, die du nicht oder nicht mehr in dieser Welt bemerkst, weil du zu sehr beschäftigt bist.

Ich wünsche dir viele Erkenntnisse mit dieser ganz einfachen, unscheinbar zumutenden Übung.

Freitag, 13. August 2010

1-4-2 Atmung

1-4-2 ATMUNG

Dies ist eine Übung die ich selbst ein paar Mal die Woche anwende. Sie ist scheinbar so gesund, dass sie von Ärzten verschiedenster Fachgebiete empfohlen wird. Offenbar erfrischt diese Übung Zellen und Blut und reinigt das System von Schadstoffen. Eines der prominentesten Werber für diese Art Atmung ist der US-amerikanische Motivations- und Erfolgstrainer Anthony Robbins.

Resultate: Gesteigertes Energieniveau im Alltag. Erhöhte Leistungsfähigkeit. Erhöhte Wachheit. Verbesserte Konzentrationsfähigkeit. Gefühl von Entspannung.

Aktion: Ein- und ausatmen im 1-4-2 Rhythmus. Wenn du also beispielsweise 5 Sekunden lang einatmest, hältst du 20 Sekunden den Atem an und atmest dann 10 Sekunden aus. Anderes Beispiel: Während des Einatmens bis 7 zählen, während des Atem AnhaItens bis 28 zählen, während des Ausatmens bis 14 zählen. 5,6,7,8,9 sind die meist gebrauchten Zähler beim Einatmen. Wichtig ist, dass du so atmest, dass sich die Bauchdecke hebt, also eine tiefe, vollständige Bauchatmung. Beim Atem Anhalten hältst du den Atem eher mit dem Körper als mit Nase und Mund an, obwohl du natürlich beide Varianten ausprobieren kannst. Ausatmen geschieht möglichst langsam und gleichmäßig.
Wenn du Probleme bekommst, solltest du mit dem Atem-Rhythmus eine Stufe heruntergehen und später deine Leistung steigern. Diese Atmung wird mindestens 10 mal hintereinander getätigt um seine volle Wirkung zu entfalten. Ich persönlich mache 3 mal täglich 10 Atmungen.

Variationen: Vor dem Schlafengehen oder nach dem Aufwachen ist diese Atmung besonderes interessant. Wer am morgen Schwierigkeiten hat, sich frisch und wach zu fühlen, wird eine ganz besondere Herausforderung beim Versuch, diese Atmung zu praktizieren, erleben. Ziehst du sie jedoch trotzdem diszipliniert durch, wirst du dich wesentlich wacher und frischer fühlen.

Eine Variation, auf die ich nach einiger Zeit gekommen bin: Beim Einatmen und Luft Anhalten konzentriere ich mich auf einen Körperteil (z.B. linker Fuß), beim Ausatmen lasse ich die Konzentration darauf los (konzentriere ich mich auf nichts im Besonderen). So gehe ich jeden Körperteil durch. Dies führt bei mir persönlich zu einer außerordentlichen Leichtigkeit des Körpers.

Eine dritte Variante, auf die ich als Folge der zweiten Variante gekommen bin, besteht darin, irgendeinen Gedanken, eine Emotion, eine körperliche Beschwerde, eine wiederkehrende Sorge einzuatmen (d. h., mich beim Einatmen darauf zu konzentrieren), den Atem anzuhalten (d.h. die Sache fest zu halten) und beim Ausatmen davon loszulassen. Diese Variante empfehle ich erst, nachdem du Profi in dieser Atmung geworden bist, weil sie doppelte Konzentration erfordert. Das Prinzip, das ich hier verwende, ist: Du kannst nur von etwas loslassen, was du wirklich hast. Wenn du das nicht glaubst, dann betrachte ein Objekt in deiner Nähe. Kannst du davon loslassen? Nein. Aber nun gehe hin und halte das Objekt in deinen Händen. Nun kannst du auch davon loslassen. Lasse los! Ist der körperliche Druck oder was auch immer nach dem Loslassen immer noch da, dann verwende ich beim nächsten Atemzug das selbe Objekt der Konzentration; bis der Druck oder die Beschwerde verschwindet. Diese Variante fuhrt bei mir zu sehr angenehmen Entspannungszuständen.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Die Regeln des Glücks

Die Regeln des Glücks

Machen neue Schuhe glücklich? Ein Sechser im Lotto? Oder doch eher nette Kollegen und gute Freunde? Glücksforscher haben diesen Lebensfragen etliche neue Studien gewidmet und fanden erstaunliche Antworten. Die wichtigsten Erkenntnisse – und wie wir sie nutzen können


Auf die Frage: „Was ist Glück?“ meinte der Komiker Otto Waalkes: „Schönheit, Reichtum und Ruhm sind völlig bedeutungslos. Es kommt doch nur darauf an, dass man gut aussieht, jede Menge Geld hat und dass alle einen kennen.“ Blöder Scherz? Na ja, er liegt immerhin dicht neben der Wahrheit - beziehungsweise neben dem, was bislang viele Menschen für wahres Glück hielten. Bislang. Doch seit kurzem scheint es neue Glücksformeln zu geben – und völlig unerwartete Erkenntnisse darüber, was dem Glück im Wege steht. Dass das Glück zum Ziel der Forschung wird, ist relativ neu. Doch offenbar trifft die Wissenschaft damit genau den Nerv der Zeit: Drei der vier im Herbst meistverkauften Sachbücher in Deutschland handeln vom Glück. Die Bestseller verdeutlichen den Trend zur Neubesinnung: In Zeiten von Job-Angst und Blitzscheidungen suchen offenbar immer mehr Menschen wahre Werte: tiefe Gefühle statt Geld, Lebenslust statt Karriere. Dabei ist die zentrale Frage: Was macht uns denn nun glücklich? Oder anders gefragt: Wie stark können wir es selbst beeinflussen, glücklich zu werden? Psychologen, Soziologen und Hirnforscher haben jetzt ihre aktuellen Studien zum Thema zusammengetragen und dabei erstaunliche Übereinstimmungen ausgemacht. Alles Glück braucht Kontrast, meint dazu der Psychologe Dr. Lutz Fromm. Und er hat gleich einen ganzen Koffer voller Ratschläge parat: Nicht jeden Hunger gleich stillen, nicht in vollklimatisierten Räumen leben, nicht in den ewigen Frühling ziehen, nicht alle Feste gleichmäßig über das Jahr verteilen. Stattdessen Kontraste, Einschränkungen und Zäsuren bejahen, auf Genüsse warten und sich selbst die Vorfreude gönnen. Im Klartext heißt das: Essen Sie Fondue im Winter, bräunen Sie im Sommer, verschenken Sie Tulpensträuße im Frühling. Alles zu seiner Zeit. Das ist eines der wirksamsten Glücksrezepte.


Wie lange hält das Glück des Lottokönigs?

Nach Meinung von führenden Forschern hängt Glück maßgeblich von der inneren Einstellung ab. Äußere Faktoren spielen eine verblüffend untergeordnete Rolle. Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass Lottogewinner nach einem kurzen Rausch wieder auf dem gewohnten Zufriedenheitslevel landen. Glücksgefühle lassen sich durch Geld kaum vermehren, bestätigen Sozialforscher. Oder um es mit dem Schauspieler Richard Gere zu sagen: „Nirgendwo auf der Welt habe ich mehr Glanz, Reichtum und Schönheit gesehen als in Beverly Hills – und nirgendwo sonst mehr Depressionen.“ Woran das liegt, erklärt der Glücksforscher Prof. James Ogilvy, Kalifornien: „Wir neigen dazu. Glück an Bedingungen zu knüpfen: Wenn mein Haus abbezahlt wäre, wenn ich einen anderen Job hätte, wenn ich jetzt im Urlaub wäre..., dann wäre ich auch glücklich. Wer so denkt, macht sein Glück vom Erreichen dieses Ziels abhängig und verschiebt es unbewusst in die Zukunft... Wahres Glück kann sich so kaum einstellen.


Warum sind kleine Kinder glücklicher als große?

Psychologen stellten fest: Das Ende der Jugend ist ein Grund zum Feiern. Denn es ist der Beginn des Glücks. Das ermittelte eine Schweizer Psychologengruppe. Danach sind kleine Kinder absolut glücklich, größere nicht mehr so, pubertierende kaum noch. Bis zum 30. Lebensjahr nimmt das Glück ab, erst danach kann es wieder stetig ansteigen. Der Grund? Dazu die Glücksforscherin Susan Assmann: „Als Kinder sind wir aufrichtig und völlig authentisch. Das macht uns zufrieden mit uns und der Welt. Als Jugendliche beginnen wir, eine Scheinpersönlichkeit aufzubauen und unsere wahren Ansichten und Gefühle zu verbergen. Als junge Erwachsene sind wir zu sehr im Rollenverhalten verhaftet, um glücklich zu sein. Wir spielen die Job-Rolle, die Partner-Rolle, vielleicht die Eltern-Rolle. Erst ab Anfang 30 trauen sich viele Menschen wieder, aufrichtig und authentisch zu leben. Der Effekt: Ehrlichkeit und Offenheit vereinfachen das Leben – und schenken Glücksgefühle. Die Psychologin rät: Erzählen Sie einem Freund oder Ihrem Partner etwas von sich, was Sie bislang geheim gehalten haben. Sie werden sehen: Es ist ein erleichternder erster Schritt zum Glück.


Warum sehen wir Glück nicht, wenn es da ist?

In einem sind sich alle Glücksforscher einig: Es gibt lediglich Wolken, die unseren natürlichen Glückszustand verdunkeln. Die Wolken haben wir selbst geschaffen, etwa durch die Vorstellung, wie das Leben zu sein hat. Der britische Psychologie-Professor Nick Ardagh, der früher als Motivationstrainer gearbeitet hat, erzählt gern die Geschichte eines Urlaubs. Er traf an einem See in Wyoming einen Indianer, der angelte. „Was tun Sie da?“ fragte Ardagh. „Ich angle“, sagte der Indianer. „Wenn Sie zwei Angeln benutzen würden, könnten Sie mehr Fische fangen“, meinte der Erfolgstrainer. Der Indianer: „Wozu?“. Ardagh: „Weil Sie dann mehr Geld verdienen könnten, für ein weiteres Boot etwa. Sie könnten jemanden einstellen und vielleicht richtig reich werden.“ „Und warum sollte ich das tun?“ Ardagh: „Dann könnten Sie öfter in den Urlaub fahren, etwa zum Angeln.“ Der Indianer lächelte... Heute weiß Nick Ardagh: Das Glück ist schon da. Man muss es nur sehen.

Jutta Junge

• Januar 2003

www.gluecksforschung.de

Freitag, 28. Mai 2010

Das Glück ist eine knospende Rose im Sturm

Das Glück ist eine knospende Rose im Sturm


Der Dalai Lama (67) ist das religiöse Oberhaupt Tibets und Friedensnobelpreisträger. Jetzt avanciert er sogar zum Bestsellerautor. Und er hat außergewöhnliche Ansichten darüber, wie Menschen in ihrem Leben wahres Glück erlangen können



Zum Glück braucht man keine materiellen Reichtümer

Es gibt zwei Wege zum Glück. Der erste ist äußerlich. Durch ein großes Haus, schicke Kleider und bessere Freunde können wir in der Tat ein gewisses Maß an Glück und Zufriedenheit finden. Doch wenn etwas in unserem Herzen fehlt, dann wird das Glück trotz luxuriösester Umgebung so zerbrechlich wie eine knospende Rose im Sturm. Der zweite und bessere Weg besteht in geistiger Entwicklung, die wahres, inneres Glück hervorbringt.



Zum Glück braucht man Hoffnung

Unter keinen Umständen sollten Sie die Hoffnung verlieren. Hoffnungslosigkeit ist ein echter Grund für Misserfolg. Vergessen Sie nicht: Sie können jedes Problem überwinden. Bleiben Sie auch dann gelassen, wenn die äußere Umgebung verwirrt und verbittert ist. Solange Ihr Geist in Frieden ist, wird das keine große Wirkung auf Sie haben. Wenn Ihr Geist jedoch dem Hass nachgibt, können Sie keinen geistigen Frieden erlangen - auch wenn die Welt um Sie herum friedlich und gemütlich ist.



Zum Glück braucht man Güte und Freundlichkeit

Wir kamen alle hilflos auf die Welt. Ohne die Güte und Freundlichkeit unserer Eltern hätten wir nicht überleben, geschweige denn gedeihen können. Auch als erwachsene Menschen brauchen wir Güte und Freundlichkeit. Wenn mich jemand mit einem freundlichen Lächeln begrüßt, erfreut es augenblicklich mein Herz. Und wenn wir selbst Warmherzigkeit entwickeln, wird das auch andere verwandeln.



Zum Glück braucht man Egoismus

Die wichtigste Grundregel auf dem Weg zum inneren Glück lautet: Hilf anderen Menschen. Und falls das nicht möglich ist, sollst du ihnen zumindest nicht schaden. Viele Menschen glauben, diese Haltung sei dumm und weltfremd. In Wahrheit ist es nur eine kluge Art, egoistisch zu sein. Denn wenn Sie anderen Menschen Güte, Freundlichkeit, Liebe und Respekt entgegen bringen, werden diese in ähnlicher Weise darauf antworten. Damit wird sich automatisch Ihr eigenes Glück vergrößern.



Zum Glück braucht man Abstand zu falschen Genüssen

Viele Menschen halten gutes Essen und Trinken für den größten Genuss und reine Freude. Doch in Wahrheit ist das nur eine Verringerung von Schmerz. Falls gutes Essen und Trinken immer nur angenehm wären, würden wir im gleichen Maße glücklicher und glücklicher werden, je mehr wir essen und trinken. Stattdessen beginnen wir, an Körper und Seele zu leiden, wenn wir uns übermäßig dem Genuss von Essen und Trinken hingeben. Das zeigt, dass die Erlebnisse von Genuss und Freude die Natur des Schmerzes in sich tragen.



Zum Glück muss man über schlechte Gefühle schweigen

Negative Gefühle wie Hass, Feindseligkeit und Eifersucht sollte man besser nicht ausdrücken, da sie sonst immer mehr zunehmen. Indem man sie ausspricht, verbreiten sie sich und werden stärker. Es ist besser, über die Nachteile nachzudenken, die entstehen, wenn man sich auf solche Emotionen einlässt. Man sollte versuchen, sie durch Gefühle von Zufriedenheit und Liebe zu ersetzen.



Zum Glück braucht man schwere Zeiten - und Geduld

Denken Sie immer daran: Indem Sie Schwierigkeiten mit Optimismus und Hoffnung empfangen, vermeiden Sie noch schlimmere Schwierigkeiten, die im weiteren Verlauf des Weges auf Sie warten. Darüber hinaus versuche ich mir in solchen Situationen immer vorzustellen, dass ich die Last all derjenigen erleichtere, die an einem ähnlichen Problem leiden. Das verhilft mir auch in schweren Lagen zu größerer Gelassenheit. Für buddhistische Mönche und Nonnen gibt es vier große Regeln der Nächstenliebe: Wenn Sie herumgeschubst werden, sollten Sie dennoch tolerant und geduldig sein. Wenn jemand Ihnen gegenüber zornig ist, sollten Sie darauf nicht mit Zorn reagieren. Wenn Sie jemand schlägt, sollten Sie nicht zurückschlagen. Wenn Sie jemand in eine peinliche Lage bringt und Sie beleidigt, sollten Sie sich nicht wehren. • 08/09 (2002)







Der Dalai Lama

Das politische und religiöse Oberhaupt Tibets floh 1959 vor den chinesischen Besatzern, lebt seither in Indien im Exil, Sein Buch „Der Weg zum Glück“ erschien vor kurzem im Herder Verlag, wurde zum Bestseller (16,90 €)



INTERNET: MEHR ZUM AKTUELLEN BUCH DES DALAI LAMA UNTER:



www.herder.de/buchtipp/index.php

Donnerstag, 27. Mai 2010

Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab.

Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab.

(Marc Aurel)

Wir sind was wir denken. Können Sie sich vorstellen, dass wir mit unserem alltäglichen Denken unser ganzes Leben dirigieren?
Alles was wir entscheiden, beabsichtigen, bewerten etc. setzt sich in die Realität um. Ob ich sage: oje, ich kann die Rechnung nicht bezahlen, ich habe kein Geld oder meinen Kollegen als ‘Idiot’ bewerte - alles ist in der eigenen Realität genau so, wie Sie es sagen, entscheiden, bewerten, alles ist so, wie Sie es glauben.

Tatsächlich stellt unser Denken die Grundlage für alles was wir im Leben erreichen und erleben dar. Es ist ein komplexes System aus Gedanken, Entscheidungen, Emotionen, Prägungen, Muster und Ängste, das insgesamt in Zusammenarbeit mit dem Unterbewusstsein das gesamte Leben steuert, es ist der Antriebsmotor.

Gleichzeitig stellt diese Einstellung unsere mentale Ausrichtung dar. Wir gehen im Leben nur mit Situationen und Ereignissen in Resonanz, die unserer Einstellung entsprechen. Das ist keine Esoterik sondern Quantenphysik, die davon ausgeht, dass es Materie an sich nicht gibt (Max Planck), vielmehr das was wir als Realität betrachten eine multidimensionale Projektion unseres Geistes ist. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass wir selbst die Erschaffer unserer Realität, indem unser Bewusstsein wie ein Filter die unbegrenzt vorhandene Realität filtert und demnach auf das begrenzt, was wir sind, was wir glauben was wir sind, wovon wir überzeugt sind und mit was wir uns identifizieren. Daraus ergibt sich die Tatsache, dass wir in jedem Moment die Möglichkeit, ja die Macht haben, unser Leben zu verändern. Positiv wie negativ. Das bedeutet, wir können haben und sein was immer wir wollen, sofern wir in der Lage sind unser Bewusstsein bewusst zu verändern.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Das Glück der kleinen Dinge

Das Glück der kleinen Dinge



Was macht uns wirklich glücklich? Ein langes gesundes Leben? Ein Kinderlachen? Oder ein Sechser im Lotto? Der Psychologe Heiko Ernst hat 7 Glücks-Prinzipien entdeckt



Was macht uns wirklich glücklich, Herr Ernst?

Sieben ganz unterschiedliche Dinge. Interessanterweise sind diejenigen Faktoren, die man am ehesten erwarten würde, überhaupt nicht vertreten.



Spielen Sie auf Karriere und Ruhm an? Dass die nicht unbedingt glücklich machen, weiß doch inzwischen jeder...

Nein - es ist viel überraschender. Selbst fundamental wichtige Dinge wie die Liebe, die bislang als Glücksbringer par excellence galt, machen uns nur bedingt glücklich. Denn die sieben „Essentials des Glücks“ sind ganz andere...



Nämlich?

Erstens Einfachheit. Dieses Prinzip besagt, dass man sich von allem Überflüssigen, Belastenden befreien soll.



Heißt das, alle Workaholics müssen schleunigst umdenken?

Überhaupt nicht! Es gibt zwar Workaholics, die vor Familie oder Verantwortung fliehen - aber viele von ihnen sind ganz glückliche Menschen. Mit Befreien ist etwas anderes gemeint...



Das müssen Sie näher erklären.

Sich vom Ballast befreien - wie „Hans im Glück“! Weniger ist meist mehr - wer loslassen kann, wird glücklicher.



Und der zweite Glücksbringer?

Das so genannte Diogenes-Glück. Damit ist gemeint: Passe deine Erwartungen und Ansprüche der Realität an wie der antike Philosoph Diogenes, der in einer Tonne lebte und zu Alexander dem Großen sagte: „Geh mir aus der Sonne!“



Sie wollen doch nicht etwa behaupten, wir könnten heutzutage in einer Tonne - ganz ohne Geld - glücklich werden?

Natürlich nicht. Übersetzt bedeutet dieses Prinzip: Wenn du dich arrangierst mit dem, was möglich ist, statt dir extrem hohe Ziele zu stecken, kannst du glücklich werden - selbst in einer Blockhütte.



Das klingt sehr asketisch. Gibt es gar kein Glücks-Prinzip, das auf eigenen Wünschen und Sehnsüchten aufbaut?

Doch - das so genannte „Gauguin-Prinzip, benannt nach dem berühmten Maler Paul Gauguin, der 1891 nach Tahiti auswanderte, um dort sein Glück zu finden. Das ist der Südsee-Traum, den jeder von uns irgendwann im Leben träumt. Eigentlich eine romantische Idee - die jedoch erstaunlicherweise öfter zum Glück führt als man vermuten könnte.



Und das vierte Glücks-Prinzip?

Die Damaskus-Strategie. Irgendwann im Leben kommt jeder an den Punkt, an dem er sich fragt, ob es nicht an der Zeit wäre, sich grundlegend zu verändern, statt so weiterzuleben wie bislang - wie der biblische Saulus aus Damaskus.



Heißt das, man sollte sein ganzes bisheriges Leben über Bord werfen?

Natürlich nicht. Manchmal reicht es schon, bewusst etwas zu tun, das man noch nicht zuvor getan hat.



Etwa Bergwandern, wenn man bisher immer Strandurlaub gemacht hat?

Ja. Das kann den Blick für die Vielfalt des alltäglichen Lebens schärfen. Natur ist

übrigens ein gutes Stichwort.



Inwiefern?

Es lenkt den Blick auf die so genannte

„Rousseau-Strategie“.



Was bedeutet „Rousseau"-Strategie konkret?

Jacques Rosseau prägte den Ruf „Zurück zur Natur!“ Das bedeutet natürlich nicht,dass wir antizivilisatorisch leben sollen. Oft reicht es schon aus, die Natur bewusst wahrzunehmen.



Sie wollen doch nicht behaupten, ein Waldspaziergang könnte uns glücklicher machen als ein Lotto-Gewinn?

Natürlich erfreut uns ein Lotto-Gewinn zunächst viel mehr. Interessanterweise belegt jedoch eine Studie, dass sich Lottogewinner kurz nach dem Ereignis wieder auf ihrem alten Gefühls-Niveau einpendelten: Wer vorher ein Pessimist war, bleibt es auch nach dem Gewinn.

Aber können wir unsere Glücksfähigkeit wirklich nur mit diesen Prinzipien steigern?

Ja - aber das ist einfacher, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn jede Glücksstrategie lässt sich ganz einfach in Alltagsmethoden umwandeln.



Ein Beispiel bitte.

Viele Menschen fühlen sich vor allem dann deprimiert, wenn ihr Hirn nur noch um Sorgen kreist, zu wenig aktiv ist. Eine ideale Methode, um die Stimmung zu verbessern, können deshalb sogar Tätigkeiten wie Sport, Kreuzworträtsel lösen und etwas basteln sein - weil das Gehirn Erfolgs-Erlebnisse braucht, um wieder in Form zu kommen.



Wie würden Sie diesen Satz vervollständigen: Glück ist...

...vor allem in kleinen Dingen zu finden. Viele kleine Glücksmomente schenken uns auf lange Sicht mehr Zufriedenheit als wenige riesengroße - denn laut dem Gefühls-Forscher Ed Diener ist „Glück die Häufigkeit und nicht die Intensität von schönen Momenten.“ Außerdem müssen wir lernen, das Glücks-Paradox zu vermeiden.



Das Glücks-Paradox?

Man hört in dem Moment auf, glücklich zu sein, wenn man sich fragt, ob man es ist - denn dann fängt man nur damit an, sich zu sehr mit sich selbst zu beschäftigen. Und Ich-Zentriertheit ist – neben Angst und Langeweile - der größte Glücks-Killer.



Interview: Mike Powelz • Juni 2003





Das „Down-Under“-Prinzip:

„Als ich mein Leben auf den Kopf stellte, kam das Glück...“

John Szangolies



„Als Fernmeldetechniker in Deutschland ging es mir nicht besonders gut. Doch als ich dienstlich nach Down Under kam, entdeckte ich meine Liebe zu Australien. Heute liebe ich das Leben, besitze drei Lokale in Sydney!" Heiko Ernst: „Instinktiv richtig hat John sein Leben auf den Kopf gestellt - Down Under im wörtlichen Sinn!“



Das „Rousseau"-Prinzip.

„Das Glück? Es wohnt in der Natur!"

Silvia Furtwängler



„Ich war eine ganz normale Hausfrau“, erzählt Silvia Furtwängler - „bis ich meinen ersten Schlittenhund sah. Da erwachte ein Wunsch in mir: einmal im Leben am härtesten Hundeschlittenrennen der Welt teilnehmen - beim Yukon Quest in Alaska! Letztes Jahr war es soweit: 1600 km Alaska - im Einklang mit der Natur!“ Heiko Ernst: „Mit der Natur und in der Natur zu leben schenkt unseren gestressten Seelen oft mehr Glück als alles Materielle.“



Das „Diogenes“-Prinzip:
„Wo das Glück lebt? In meiner Blockhütte!“

Anne Donath



400 Euro soll Anne Donath später als Rente bekommen – zu wenig, um so zu leben wie bisher: „Deshalb habe ich meine Lebensumstände rechtzeitig vereinfacht, lebe von 370 Euro p. M. in einem kleinen Blockhaus.“ Ernst: „Verzicht kann extrem viel Glück schenken!“



Das „Hans-im-Glück“-Prinzip:

„Je weniger ich hatte, desto glücklicher war ich!“

Günter Wester



Früher war Günter Wester Top-Ingenieur, Porschefahrer und Maßanzug-Träger. Sein Monatsgehalt: 10 000 Euro. Heute lebt er in einer kleinen Garage in Rom - als Hausmeister. Sein Monatseinkommen: 500 Euro. „Das ist das Glück des einfachen Lebens“, sagt Heiko Ernst - „Herr Wester ist ein moderner Hans im Glück...“



Das „Gauguin”-Prinzip:

Ich fand das Glück – auf Samoa in der Südsee!“

Werner Kappus



„Ein 18-Stunden-Tag. 100 Mitarbeiter und immer kurz vor dem Herzinfarkt“, sagt Werner Kappus - „so sah mein Leben früher aus“. Heute lebt Kappus mit seiner Frau Theresa und Sohn Tau-Jürgen auf Samoa, führt Touristen über seine Trauminsel - für 60 Euro am Tag. „In Deutschland“, erzählt er, war ich längst tot - gestorben am Alltags-Stress!“ Heiko Ernst erklärt: „Auswandern kann tatsächlich glücklich machen – sofern die wirtschaftlichen Voraussetzungen stimmen und man realistisch genug ist, sich nicht finanziell zu übernehmen!“



www.samoa-info.de



Das „Damaskus“-Prinzip:

„Glück? Das liegt für mich über den Wolken...“

Stefanie Hecht



Acht Jahre arbeitete Stefanie Hecht bei eine Bank. „Bankkauffrau war mein Wunschberuf seit meiner Kindheit. Doch irgendwann war klar, dass ich das nicht bis zur Rente machen möchte.“ Da sie nebenbei mit dem Fallschirmspringen begonnen hatte, bewarb sie sich bei der Lufthansa - und fliegt heute all Co-Pilotin im europäischen Luftverkehr. Heiko Ernst: „Manchmal ist es sinnvoll, etwas ganz Neues zu beginnen. Wer glücklich sein will muss etwas wagen. Denn: Gescheitert ist man nicht, wenn man etwas falsch macht, sondern wenn man einen Weg gar nicht erst versucht!



Das „Freud“-Prinzip:
„Glück ist, seine Träume zu verwirklichen!“

Raimund Fehrmann



„Mein Leben als Ingenieur bestand nur aus Hektik – bis ich beruflich nach Thailand reiste und den Andamanensee sah. Dieses Paradies kannte ich bereits – aus meinen Träumen. Und so wanderte ich aus, wurde Dschunken-Kapitän!“ Ernst: „Schon Sigmund Freud sagte, Träume sind Wünsche. Wer sie realisiert, hat gute Chancen auf dauerhaftes Glück!“



www.dschunkenreise.de





Mehr Infos zum Glück im Internet:



www.zeitzuleben.de/buch/pe/gluecksformel.htm
 

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